Am vergangenen Dienstag hielten wir nach längerer Pause erneut die beliebte Professorendebatte ab – diesmal zum Thema Studiengebühren und mit Heike Bruch, Benjamin Schindler und Martin Kolmar auf der Professoren- und Eva Altmann, Jonas Frey und Jan-Gunther Gosselke auf der Club Seite. Bei der Debatte, in der die Teilnehmer nicht die eigene Meinung, sondern eine vorher vorgegebene vertreten müssen, konnten die Professoren das Publikum davon überzeugen, dass Studiengebühren nicht sinnvoll sind.

Heike Bruch hält die eröffenende Rede der Regierungsseite

Heike Bruch hält die eröffenende Rede der Regierungsseite…

Den Ausschlag gab dabei eine Mischung aus ökonomischen und gerechtigkeitstheoretischen Punkten, die trotz der soliden (Gegen-)Argumentation der Studierendenseite standhielt.

Nachdem Heike Bruch eingestiegen war mit der Forderung nach der Abschaffung und diese damit begründete, dass gerade Minderheiten und Frauen durch solche vom Studium abgeschreckt werden, konterte Jan-Gunther Gosselke, dass Studiengebühren dennoch eine klare Ungerechtigkeit darstellten, eben da gerade Kinder aus reicheren Familien häufiger studieren als solche aus ärmeren. Dadurch, so seine Argumentation, finde eine Subventionierung von unten nach oben statt. Martin Kolmar, seines Zeichens Ökonom und zweiter Redner der Regierung, entgegnete, dies sei auf Basis empirischer Daten nicht haltbar und hob gleichzeitig hervor, dass die Finanzierung eines Studiums auch für den Staat ein lohnendes Geschäft sei, da z.B. jeder investierte Franke durch 1,60 CHF durch höhere Steuern wieder amortisiert werde. Bevor nun die Zwischenreden der Gäste begannen, sprach Studierender Jonas noch über falsche Anreize, die ein Gratis-Studium sowohl bzgl. Fächern als auch bzgl. Studiendauer setze.

... während Redner und Publikum gespannt lauschen.

… während Redner und Publikum gespannt lauschen.

Nach den spontan gehaltenen Reden einiger Gäste schlossen Eva Altmann und Benjamin Schindler die Debatte: Schnell wurde aufgrund der fachgerechten Termini klar, dass hier auf beiden Seiten Juristen debattierten – während Eva hervorhob, dass Bildung wie zwar in vorherigen Reden angeklungen ein Grundrecht sei, aber nicht ein durchsetzbares („justiziables“), entgegnete Professor Schindler, dass es durchaus bereits Klagen gegen die HSG bzgl. ihrer Studiengebühren gegeben habe.

Nach einer kurzen Zusammenfassung und anschliessender Abstimmung, wer die Debatte gewonnen habe (fiel zu Gunsten der Professoren aus) gab es die Möglichkeit, sich sowohl mit den Professoren als auch mit den Studierenden über den Verlauf der Debatte auszutauschen. Hier bestand auch die Möglichkeit, sich mit den Debattanten über ihre tatsächliche Auffassung zu unterhalten, die an dieser Stelle jedoch nicht genannt werden soll.

Falls ihr dieses Mal verhindert wart: Keine Sorge – nächstes Semester veranstalten wir wieder eine Debatte! Sonst schaut gerne jeweils Dienstags (07-003, 18:15) oder Donnerstags (01-308, 20:15) zu unserer wöchentlichen Debatte vorbei!

Kategorien: Aktuelles, Events

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